BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 23a


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Pas de deux für großes Orchester (Ballett) op. 23a (1962)

I. Introduktion - Adagio

II. Allegro

III. quasi Cadenza - Presto piu mosso

IV. Conclusion

 

Uraufführung: 2. November 1962, Oldenburg, Staatstheater
Choreographie: Horst Müller / Tänzer: Hanneline Morá und Horst Dobirr
Orchester der Oldenburgischen Staatstheaters / Albert Grünes



Fotos der Uraufführung: Foto 1 Foto 2

Besetzung: 3.3.3.3-4.3.2.1-Pk., Schlgz. Hrf., Streicher

Aufführungsdauer: 13 Minuten

Verlag: N. Simrock Berlin-London (Boosey & Hawkes)
Partitur EE 5331 ISMN M-2211-2122-6 (käuflich) Stimmen (Leihmaterial)

I.II.III.IV.

Video: Hummelwerke auf Youtube


Das knapp 15minütige Ballett Pas de deux für großes Orchester entstand 1962 im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters und wurde dort im selben Jahr uraufgeführt.

Das Werk verbindet charakteristische Tanzszenen in der Folge: Introduktion - Adagio, Allegro, Cadenza - Allegro molto und Conclusion.

Eine siebentönige Tonfolge (modus) aller Halbtöne im Raum des Tritonus c-fis beherrscht das ganze Werk und gibt durch die unterschiedlichen Satzverläufe die Notwendigkeit zu vielfältigen Variationen des Grundmaterials.

Bertold Hummel

 

Vorwort (der neu gedruckten Partitur bei N. Simrock Hamburg-London -Boosey & Hawkes - 2007)

Die "Episoden" für großes Orchester entstanden 1962 im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters und wurden dort als Ballett unter dem Titel "Pas de deux" uraufgeführt. Der formale Aufbau der Komposition orientiert sich an den fünf Phasen des klassischen "Grand Pas de deux", wobei die ersten zwei Abschnitte Entrée und Adage in einen Satz zusammengefasst sind. Das musikalische Grundmaterial wird von einem siebentönigen Modus (alle Halbtöne im Raum des Tritionus c-fis) bestimmt, der in den rhythmisch geprägten Sätzen vielfältig variiert wird.

In einer Kritik der Uraufführung heißt es: die Musik schreit mit ihren plakatfarbenen Klängen und peitschenden Rhythmen nach harten bizarren Bewegungen.
Tatsächlich gehört diese Musik in ihrer Wildheit und Prägnanz zu den expressivsten Partituren Bertold Hummels und ist auf der Bühne wie im Konzertsaal gleichermaßen geeignet, die Hörer in ihren Bann zu ziehen.

Martin Hummel

 

Presse

Weser Kurier Bremen 5.11.1962

Die schleifenen, plakatfarbenen Klänge von Hummel, seine unheilschweren Kantilenen und die peitschenden Rhythmen schreien nach harten bizarren Bewegungen.

 

Delmenhorster Kreisblatt, 4. 11.1962

Eine außerordentliche Musik in mehreren Sätzen, üppiger, zum Teil raffinierter Instrumentierung. Für diese Uraufführung einer echten Bühnenmusik muss man Extra-Lob spenden.

 

Fränkisches Volksblatt 29.5.1978

Hummels drei konzise, lebendige Tanzszenen, erzielen überaus raffinierte, die Möglichkeiten des Orchesterapparates voll ausschöpfende Klangwirkungen und sind rhythmisch besonders vielschichtig, während die Melodik eher nüchtern ausgestaltet ist.