BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 4


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Introduktion, Arioso und Fuge für Orgel op. 4 (1952)

 

Uraufführung: 16. August 1953, Hamburg-Altona, St. Johanniskirche (Evangelischer Kirchentag)
Dieter Weiss

Aufführungsdauer: 16 Minuten

Verlag: Simrock (Boosey & Hawkes) EE 5343 / ISMN 979-2211-5343-2

I.II. III.

 

Vorwort (Simrock EE 5343)

Bertold Hummels Opus 4 entstand 1952 und wurde am 16. August 1953 von Dieter Weiss in der St. Johanniskirche in Hamburg-Altona anläßlich des Evangelischen Kirchentages uraufgeführt.
Das Werk erweist sich als Hommage an J. S. Bach, und erinnert durch seine Satzfolge an Toccata, Adagio und Fuge C-Dur.
Die festliche Introduktion nimmt in ihrer Gestik Bezug auf Bachs g-Moll-Fantasie. Ein akkordisches Wechselnotenmotiv alterniert mit rezitativischen Triolenläufen. Beide Grundmotive werden in vielfältiger Weise, u.a. in kanonischer Technik, weiterentwickelt.
Auch das Arioso , später als Mittelsatz der Dialoge für Violine und Orgel op. 63 (1977) benutzt, greift das Bachsche Idiom auf: Über einem Basso Ostinato, der deutlich auf die berühmte Air aus der dritten Orchestersuite anspielt, konzertieren zwei reich verzierte, polyphon geführte Solostimmen.
Die kunstvolle Fuge schließlich bedient sich verschiedenster kontrapunktischer Techniken: Engführungen in verschiedenen Abständen, Umkehrung und Augmentation des Themas, auch ein zweites Kontrasubjekt wird eingeführt. Mit dem gleichzeitigen Erklingen des Themas in Originalgestalt und Umkehrung schließt das Werk.

Christoph Weinhart, 2009

 

Es muß virtuos gespielt sein. 1. Introduktion (laut und schwungvoll) 2. Arioso 2 Linien über chromatischen Bass (hoffentlich kriegst du raus, wie es gemacht ist) langsam, und genau im Rhythmus. 3. Fuge (nicht zu langsam) bitte nicht akademisch!

Bertold Hummel (in einem Brief von 13.11.1952 an den Organisten der UA)



Larry D. Crummer: The Solo Organ Works by Bertold Hummel, Dissertation 1983


Presse

Westdeutsche Zeitung Kempen 7.12.1953

Dieter Weiß eröffnete mit der von ihm selbst während des Kirchentages in Hamburg uraufgeführten Introduktion, Arioso und Fuge des noch nicht 30 Jahre alten Bertold Hummel. Monumental-wuchtige, atonale Akkordfolgen in der Einleitung, ein linear lyrisches Arioso und eine außerordentlich geistreiche Fuge, mit vollendeter Künstlerschaft vorgetragen, brachte den Hörern das Tonwerk eines modernen jungen Komponisten selbst auf dieser kleinen Orgel überzeugend und eindrucksvoll nahe.