BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: op. 47


Zurück zur Verzeichnisliste
Oktett für Bläser, op. 47 (1972)

I. Sostenuto

II. Capriccio

III. Invocation und Choral

IV. Allegro marciale Anfang

 

Besetzung: Fl., Klar. i. B, 2 Fag., 2 Trp., 2 Pos.

Uraufführung: München 1972
Max Hecker / Eduard Brunner / Karl Kolbinger / Wolfgang Piesk / Willi Bauer / Karl Hertel / Michael Stern / Ernst Giehl

Aufführungsdauer: 22 Minuten

Verlag: N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes)
Partitur: ISMN M-2211-2077-9
Stimmen: ISMN M-2211-2076-2

 

Das Oktett für Bläser (1972) op. 47 entstand im Auftrag des Münchner Bläseroktetts - gedacht als Programm-Pendant zu Strawinskys Oktett, mit dem es die Besetzung gemeinsam hat.

Der 1. Satz (Sostenuto) ist bestimmt durch pochende Klangflächen, denen jeweils als vollchromatische Ergänzung variierte thematische Formulierungen übergeordnet werden.

Im 2. Satz. (Capriccio) werden in virtuoser Manier die verschiedenen Instrumentengruppen gegeneinander ausgespielt - verschmolzen - zu kurzen Klangteppichen und Akkordsäulen zusammengefügt. Spiegelungen und Krebsgänge sind vorherrschend.

Invocation und Choral: Ein quasi rhetorischer Teil mündet in 4 Choralzeilen, die jeweils rezitativisch unterbrochen werden. Die Anfangsstimmung wird wieder aufgegriffen und endet in einem "stehenden" Klang, der ins Nichts versinkt.

Allegro marciale: Die vorherrschende elementare Marschrhythmik - nicht ganz frei von persiflierenden Elementen - gerät ins Spannungsfeld von Bewegungstypen der drei vorhergehenden Sätze, eine Trompetenkadenz leitet zu einer kurzgefaßten Reprise über.

Bertold Hummel