BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 53a


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Pentafonia für Schlagzeug und Streicher, op. 53a (1974)

I. Fantasia

II. Allegro ritmico

III. Notturno

IV. Intermezzo

V. Conclusion

 

Schlagzeug: Gong (50 cm), Vibrafon, Becken (50-45-40-35 cm), Becken 45 cm (sizzle) 20 cm (bell), 2 Tom-Toms, Kleine Trommel, 2 Bongos, 5 Templeblocks, 2 Woodblocks

Uraufführung: 6. Mai 1975, München, Hochschule für Musik
Hermann Gschwendtner / Münchener Kammerorchester / Hans Stadlmair

Afrikanische Erstaufführung: 11. Januar 1983, Cairo, American University, Erwart Memorial Hall
Siegfried Fink / The Cairo Conservatoire Orchestra / Ernst Schelle

Aufführungsdauer: 26 Minuten

Autograph:
Titel:
Umfang: 48 Seiten
Datierung: I. 5.1.73 II. 21.1.73 III. 5.2.73  IV. 13.3.73 V. 6.Jan.74
Aufbewahrsungort: unbekannt



Verlag: N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes)
Klavierauszug: ISMN M-2211-0810-4

 

Im Mittelpunkt des Werkes steht das Soloschlagzeug mit seinen vielfältigen klanglichen Möglichkeiten.
Im 1. Satz Fantasia treten klangliche Flächen, hauptsächlich durch Vibrafon und verschiedene Becken erzeugt, markanten Kurzmotiven gegenüber. Die Schlagzeugklänge werden durch die Streicher verlängert und umgekehrt, sie durchdringen einander und ergeben so reizvolle Klangmodulationen.
Der 2. Satz Allegro ritmico wird vom konzertanten Prinzip beherrscht, der Gegenüberstellung von 2 Klangkörpern. Dem Streicherensemble stehen vorwiegend Fell- und Holzschlaginstrumente gegenüber.
Im 3. Satz Notturno steht im Zentrum eine choralartige Episode, die in verschiedener Version 4 mal erscheint; dazwischen spielt das Vibrafon rezitativische Kadenzen.
Im 4. Satz Intermezzo werden Fell- und Metallinstrumente wieder konzertant eingesetzt. Eine kurze Kadenz für den Solisten, die einen Rückblick auf das soeben Gehörte bringt, steht kurz vor Abschluß des Satzes.
Im breit angelegten Finalsatz (5.) werden die bereits gezeigten Möglichkeiten zusammengefaßt und formal neu geordnet, so daß die in den Sätzen 1- 4 gezeigten Verfahren in einer übergeordneten Klammer quasi als Durchführung zusammenfinden.
Das Werk schließt mit einer ganz auf Klang angelegten Coda im äußersten pp.

Bertold Hummel

 

Presse

Süddeutsche Zeitung 5.1975

Dieses Werk leitet seinen Namen durch die Fünfsätzigkeit ab und ist vom Komponisten in den Jahren 1973/74 konzipiert worden. Erstaunlich ist die Vielzahl von Schlagzeugeffekten, die in diesem Stück untergebracht sind. Hummels überzeugende kompositorische Leistung ist es aber, diese Impulse, die vom Schlagwerk ausgehen, in den Streicherklang zu integrieren, das ist ihm in überzeugender Weise geglückt.

 

Hannoversche Zeitung 21.5.1979

Dieses 1974 für die berechtigten Wünsche von Schlagzeugern komponierte Werk bezieht seinen Reiz aus dem relativ kleinen Schlagzeuginstrumentarium , das mit sicherem Gespür für intime Schwebeklänge, aber auch rhythmisch elementare Effekte dem mit viel Tremolo und Schichtklängen gearbeiteten Streichersatz gegenübergestellt wird.

 

Rheinische Post 25.1.1978

Hummels Pentafonia erwies sich als eine interessante Klangstudie zwischen dem mit Trommeln, Temple Blocks, Becken, Tam-Tam und Vibraphon besetzten Schlagwerk und dem 12köpfigen Streicherensemble. Doch wer glaubte, hier würde nun rasanter Klangdonner abgezogen, der irrte sich. Vielmehr lagen die Akzente auf magisch-geheimnisvollem Streicher-Filigran, natürlich in zeitgenössischer Färbung. Der Solist Wolfgang Schneider setzte mal sphärische Klänge, mal virtuos sprühende Steigerungen dagegen. Selbst mit vertracktesten rhythmischen Figuren wurde der junge Solo-Schlagzeuger fertig.

 

Mittelbayerische Zeitung Regensburg 18.5.1977

Die Pentafonia für Percussion und Streicher ist ein hochinteressantes und gelungenes Klangexperiment, das auch ohne lineare Thematik formalen Bau hören läßt, eine echte Komposition also, die zeigt, was für schöne Musikinstrumente Schlagwerke sein können.