BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 57c


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Christ ist erstanden für Orgel, op. 57c (1975)

Introduktion - Zwischenspiel - Toccata

 

Aufführungsdauer: 3 Minuten

Autograph:
Titel: Christ ist erstanden
Umfang: 5 Seiten
Datierung: (1975)

Verlag: Bonifatiusverlag, Paderborn, gedruckt in "Orgelstücke zum Gotteslob, Teil II"

 

Hummels Toccata über das österliche "Christ ist erstanden" ist für den unmittelbar gottesdienstlich-liturgischen Gebrauch geschrieben.
Hummel integriert die vier Anfangszeilen des Cantus firmus (bei vierfacher Hervorhebung der Eingangs- beziehungsweise Titelzeile) in eine siebenteilige Rondo-Variante nach dem Schema A-B-A'-B'-C-B"-A". Die Melodiestimme erklingt bis dahin stets im Diskant; nur die Akklamation "Kyrieleis" als fünfte Zeile wird in der nach den absteigenden GanztonTetrachorden des C-Teils (T. 16-21) gebildeten Quasi-Coda dem Pedal anvertraut (T. 31-33). Der Rondo-Charakter resultiert damit nicht aus der thematisch-motivischen Substanz, sondern vielmehr aus der Faktur der auch in sich unterschiedlich metrisierten Teile. Gemeinsam ist ihnen die Unisono-Führung von rechter und linker Hand sowie - was die A- und C-Teile betrifft - zusätzlich des Pedals; Distanz schaffen innerhalb dieses Rahmens über die genannten Ganzton-Tetrachorde des C-Teils hinaus die Quart-Sept-Arpeggien in den A- und die parallelversetzten Dur-Dreiklänge in den B-Teilen, die jeweils mit einem Pedalsolo schließen, dessen Quartsequenzen auf der ersten Zeile des Chorals beruhen.

Joachim Dorfmüller (in "Cantus-firmus-Toccata zwischen Tradition und Avantgarde", Kunst und Kirche 3/82)