BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 76a


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Trio für Klarinette, Viola und Klavier op. 76a (1981)


I. Introduktion

II. Allegro molto

III. Fantasia

IV. Finale - Presto

 

Uraufführung: 24. Oktober 1981, Karlstadt, Rathaus
Rüdiger Warnecke / Florian Hummel / Wendelin Treutlein


Aufführungsdauer: 20 Minuten

Autograph:
Titel: Trio für Klarinette, Viola und Klavier op. 76
Umfang: 40 Seiten
Datierung: I. - II. 8.Juni 81 III. 11.Juli 81 IV. 15.Aug. 81

Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek München

Verlag: Schott Music ED 20295 / ISMN: M-001-15000-2
Druckfehler in der Violastimme: 1. Satz, Takt 6, 1. Ton muss b statt h heißen!

I.II.III.IV.

 

Das Trio für Klarinette, Viola und Klavier op. 76a ist in einem konzertanten Stil geschrieben, d.h. es gibt den 3 Instrumentalisten genügend Gelegenheit, die klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten ihres Instrumentes zur Geltung zu bringen.

Der einleitende 1. Satz beginnt mit einem rezitativartigen Solo der Klarinette, dieses wird von der Viola fortgeführt bis alle 3 Instrumente miteinander "ins Gespräch" kommen. Formbildend sind leicht fassliche Kurzmotive und 12-tönige Akkordstrukturen aus übereinander gelagerten Dur- und Mollklängen.

Im Allegro molto (2. Satz) sind nach oben - und vorwärts - drängende, synkopenreiche Melodik, die durch pochende Bässe gehalten wird, vorherrschend. Ein ruhiger Mittelteil gliedert und sorgt für kurze Zeit für Entspannung. Der wirbelnde 3/4 -Takt des Anfangs wird unmittelbar wieder aufgenommen. Der Satz verklingt im äussersten pp.

Der Fantasia (3. Satz) liegt eine 4-Tonfolge zugrunde, die sowohl akkordisch wie melodisch eine Reihungsform mit ihren manigfaltigen teilweise meditativen Metamorphosen bestimmt.

Im turbulenten Finalsatz, der sehr tänzerisch eine variable Metrik einbezieht, erklingt 2 mal als Gegensatz ein beruhigender Fugato-Einschub. Die Satzelemente werden fortschreitend immer mehr verknüpft. Eine wirkungsvolle Coda beschliesst das eingängige und "serene" Opus.

Bertold Hummel 21.11.1989

 

Florian Hummel, Wendelin Treutlein, Bertold Hummel, Rüdiger Warnecke
nach der Uraufführung von op. 76 am 24. Oktober 1981 in Karlstadt.

 

Presse

Nordbayerische Nachrichten 26.1.1982

Solistisch leitet die Klarinette die Introduktion ein. Dem rhythmisch starken Allegro molto folgt die Fantasie, die freie Gestaltung anbietet und im Zusammenspiel geglückte Anpassung zeigte. Im scherzhaft bewegten Finale, das wiederholt beruhigende Phasen enthält, hat jeder Künstler Gelegenheit zu solistischem Musizieren.

 

Karlstadter Tageszeitung 28.10.1981

Als Höhepunkt war jedoch die Uraufführung des opus 76 anzusehen, das Bertold Hummel erst vor wenigen Wochen speziell für dieses Trio komponierte. In diesem Werk für Klarinette, Viola und Klavier macht der Komponist seinem Namen alle Ehre. Von aufregend über bedrohlich-dramatisch erreicht diese Musik bis zum temperamentvollen Finale das Ohr des Zuhörers, der, laut Hummel, nicht nur zuhören, sondern mithören soll. Den Zugang zum Publikum finden, mit diesem in seiner Musik kommunizieren, möchte der Komponist, und das ist ihm auch gelungen, wie der Beifall schließlich zeigte.

 

Schwarzwälder Bote, 22. Juni 1990

... eine vorwiegend freitonale Komposition, die bei großer Formenvielfalt von klangsinnlicher Ausdruckskraft ist.


Erstausgabe: J. Schuberth & Co., Hamburg 1986