BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 77c


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Tarantella über eine Tonfolge aus Chopin's Minutenwalzer für Klavier, op. 77c (1979)



Beginn der Komposition


Aufführungsdauer: 5 Minuten

Autograph:
Titel: Tarantella für Klavier über eine Tonfolge aus Chopin's Minutenwalzer op. 77c Bertold Hummel 1979 (sic!)
Umfang: 8 Seiten
Datierung: 2.1.78 (sic!)
Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek, München
Verlag: Schott Music ED 20281 / ISMN: M-001-14976-1
Druckfehler: Im 6. Takt vor Schluss (Takt 112) heißt die 5. Note f statt fes

 

Extreme Popularität und inflationäre Behandlung gehen Hand in Hand. Kaum ein Klavierstück jenseits "Träumerei", "Frühlingsrauschen" und "Für Elise" hat eine dem "Minutenwalzer" von Chopin vergleichbare Rezeptionsgeschichte aufzuweisen; sie reicht vom Makaber-Grotesken über das Populär-Sentimentale bis in Bereiche höchster Kunstfertigkeit. Der Radius von Transkriptionen und Paraphrasen des kleinen Werkes spannt sich von stilvoller Adaption bis zu höchst amüsanten Untiefen kurioser Besetzungen. Neben diesem Genre freilich existiert eine Anzahl von Klavierparaphrasen des Werkes von Meisterhand, die - aus dem pianistischen Arsenal der Liszt- (nicht Chopin-!) Schule erwachsen - sich aufgrund ihrer künstlerischen Umsetzungs-Hindernisse am Tasteninstrument jedwedem naiven "Na spiel`n wir mal!"-Zugriff entziehen und nur in einer hehren Sphäre pianistische Equilibristik angesiedelt sind.

Knut Franke

 

Der bekannte Musikredakteur Knut Franke regte Bertold Hummel an, eine Komposition in der Tonsprache des 20. Jahrhunderts zum Thema "Chopins Minutenwalzer als Folie" beizusteuern. Eine Gegenüberstellung der Tarantella über ein Tonfolge aus Chopin's Minutenwalzer mit den Werken von Kaikhosru Shapurji Sorabji, Raphael Jossefy, Leopold Godowsky, Jeannot Heinen, Sam Raphling oder mit dem Original (Chopins op.64,1) könnte einen reizvollen Programmschwerpunkt darstellen.


Erstausgabe: J. Schuberth & Co., Eisenach 1996