BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 87b


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Sonata brevis für Altblockflöte und Klavier, op. 87b (1987)



I. Allegro - Ländler Anfang

II. Arioso

III. Presto

Widmung: Für meine Enkelin Mirjam

Aufführungsdauer: 12 Minuten

Autograph:
Titel: Sonata Brevis für Altblockflöte und Klavier op. 87b
Umfang: 18 Seiten
Datierung: I. 2.4.87 II. 6.April 87 III. 14.April 87
Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek, München

Verlag: Schott Musik International OFB 169 / ISMN: 979-0-001-10062-5

I. Allegro-Ländler II. AriosoIII. Presto

RNC 041101

 

Der 1. Satz (Allegro) ist nach dem Sonatensatzschema geformt. Das Hauptthema benutzt die Quint als Baustein, dem Seitenthema dienen Terz und Quart als Ausgangsmaterial. Der Hauptgedanke wird durchgeführt und mündet in einen Ländler, der zur Reprise überleitet. Eine kleine Coda beschließt den Satz.

Im 2. Satz werden die ariosen Teile durch kontrapunktisch geformte „Brücken" verbunden. Ein Abgesang mit ostinaten Figuren führt zu einem beruhigenden Schluß.

Im 3. Satz, einem Rondo, stehen sich tänzerische Abläufe mit vielen Taktwechseln und choralartige Abschnitte gegenüber. Als drittes Element taucht zweimal eine Walzerepisode auf. Nach einem kurzen Adagio-Einschub beschließt eine knappe Coda diesen lebhaften Rundtanz.

Die dynamische Bezeichnung der Solostimme ist in Relation zur Klavierstimme zu sehen und die Lautstärke entsprechend abzustimmen.

Bertold Hummel

 

Für seine Enkelin Mirjam schrieb er 1987 die Sonata brevis für Altblockflöte und Klavier, ein sehr lebendiges und abwechslungsreiches dreisätziges Werk mit sehr vielen rhythmischen und kontrapunktischen Feinheiten, aber auch innigen und lyrischen Passagen. Man kann sich als Interpret sozusagen nach innen und außen austoben... den Hörer verführt die Sonate durch ihren besonderen Humor, ihren spannenden Aufbau und unkonventionelle Wendungen zu Neugier und Aufmerksamkeit, die immer wieder belohnt werden durch konsequente Verwendung von Intervallbausteinen, Ländlerelementen, Glissandi, Flatterzungen, kontrapunktischen Brücken, tänzerischen Abläufen mit Rhythmuswechseln, Walzerparodien, choralartigen Einschüben, Abgesängen bis zu einer knappen Coda.

Paul Koutnik (im CD-Booklet von Re Nova Classics, Wien 2004)