BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 96a


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Musik für Horn in F und Orchester, op 96a (1993)

 

Orchesterbesetzung: 2.2.2.2 - 3.3.2.1 - Pk., Schlgz. <2>, Streicher

Aufführungsdauer: 18 Minuten

Verlag: N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes)
Klavierauszug: EE 5306 / ISMN: 979-0-2211-2085-4

 

Die Musik für Horn in F und Orchester, op. 96b (1993) hat den Charakter einer Instrumentalballade mit rhapsodischen Elementen, in dem der Solist gleichsam als Erzähler fungiert. Das einsätzige Werk gliedert sich in sieben Abschnitte von gegensätzlicher dynamischer und rhythmischer Struktur.
Eröffnet wird das Stück von einem sich auffächernden achtstimmigen Klang, der im Verlauf des Stückes wiederholt gliedernd eingesetzt wird. Ein diatonisches, lyrisches Thema des Soloinstruments entwickelt sich zu einem ersten Höhepunkt. Der zweite Abschnitte ist ein Allegro über pochenden Bässen, das in ein Orchestertutti mündet. Der gregorianische Hymnus "Pange, lingua, gloriosi" wird im dritten Abschnitt zitiert, um im vierten mit dem pochenden Allegro des zweiten Abschnitts verknüpft zu werden.

Das gesamte Material des Werkes wird im folgenden Formteil - dessen Beginn durch den abrupten Abbruch einer Steigerung deutlich wird – in kurzen orchestralen und solistischen Episoden durchführungsartig verarbeitet. Eine letzte Steigerung leitet über zu einer Kadenz des Solisten, die den vorletzten Abschnitt bildet. In der Coda wird das Choralmotiv jazzartig verändert; dann wird ein 16stimmiger Klang aufgebaut, aus dem heraus sich das Horn letztmals musikalisch zu Wort meldet — mit einem B-A-C-H-Motiv, das zuvor schon mehrmals angeklungen war. Ein verhaltener E-Dur-Klang mit einem verlöschenden Aufwärtsglissando beendet das Werk in äußerstem Pianissimo.

Bertold Hummel