BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 97b


Zurück zur Verzeichnisliste

Gregorianische Phantasie für Harfe solo op. 97b (1995)


 

Beginn der Komposition

 

Uraufführung: 26. November 1995, Würzburg, Hochschule für Musik
Giselle Herbet

Aufführungsdauer: 9 Minuten

Verlag: N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes) EE 5222 / ISMN: 979-0-2211-1642-0

GENUIN GMP 010605-1

Literaturliste des Deutschen Musikrates für den Wettbewerb "Jugend musiziert":
Schwierigkeitsgrad 4/schwierig (Mittelstufe II)

 

Für die "Gregorianische Fantasie" von B. Hummel bildet der gregorianische Choral die motivische Vorlage des Werkes. Er ist die Norm, von der sich der Komponist dann distanziert. Der mittlealterliche Choral prägt den gesamten Charakter der Komposition als ein feierliches Andante religioso.

Dr. Sylvia Sowa (CD-Booklet, Genuin 2003)


Als gläubiger Katholik blieb Hummel lebenslang der Quelle katholischer Kirchenmusik, dem gregorianischen Choral, verhaftet. Dadurch und durch den tiefen Ernst gläubiger Verkündigung fühlte er sich seinem französischen Kollegen Olivier Messiaen verbunden. Daneben waren Hindemith, Bruckner und Berg seine wichtigsten Vorbilder, während er sich im Klanglichen stark an Frankreich orientierte. Einige dieser Einflüsse verrät auch die Gregorianische Phantasie für Harfe. Sie verarbeitet Material aus Choralmelodien in einer freitonalen, rhythmisch überaus variablen Weise. Die Harfe, sonst eher das Instrument des romantischen Klangrauschs und der wogenden Akkordflächen, nimmt hier einen ungewöhnlich ernsten, archaischen Tonfall an, eben jenen des biblischen Instruments von König David.

Dr. Karl Böhmer (www.kammermusikfuehrer.de, 28.6.2013)