BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: "... und ein Tango"


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"... und ein Tango" Vier leichte Stücke für Violine und Klavier (1993/1998/2000/2001)

Albumblatt (2000)

Arietta (1993)

Ständchen (2001)

Tango (1998)


Aufführungsdauer: 10 Minuten

Autograph Albumblatt:
Titel: Albumblatt f. Violine und Klavier  Für Inken zum 22.4.2000
Umfang: 2 Seiten
Datierung: 21.4.00

Aufbewahrungsort:

Autograph Arietta:
Titel: Arietta f. Violine und Klavier Für Inken
Umfang: 2 Seiten
Datierung: 21.4.93

Aufbewahrungsort:

Autograph Ständchen:
Titel: Ständchen für Johanna Marie zum 11. August 2001 vom Grossvater
Umfang: 1 Seite
Datierung: -

Aufbewahrungsort:

Autograph Tango:
Titel: Tango für Inken (22.4.98)
Umfang: 3 Seiten
Datierung: -

Aufbewahrungsort:

Verlag: Schott Music VLB 125 / ISMN: M-001-14974-7

II. Arietta IV. Tango

 

Vorwort (Schott Music VLB 125)

Persönliche Geburtstagsgeschenke pflegte Bertold Hummel zu komponieren. So entstanden viele kleine Stücke, die einfach zu spielen und zu hören sind, denn sie sollten ja ad hoc bei Familienfesten aufgeführt werden. Die vorliegenden Kompositionen stammen aus den letzten Lebensjahren meines Vaters. Albumblatt, Arietta und ein Tango sind seiner Geige spielenden Frau Inken gewidmet. Seiner Enkelin Johanna Marie schrieb er zur Geburt ein kleines Ständchen, das der zarten Widmungsträgerin entsprechend con sordino vorzutragen ist.

Martin Hummel
März 2008

 

Presse:

www.lehrsaiten.de, Feb. 2009

Bereits letztes Jahr brachte der Schottverlag von Bertold Hummel (1925-2002) ein Heft für Violine und Klavier mit kleinen, leicht spielbaren Ständchen heraus. Unter dem Titel "... und ein Tango" fassten die Herausgeber zwei kleine Geburtstagsständchen für seine Frau Inken (Albumblatt, Arietta) einen musikalischen Willkommensgruß an seine Enkelin Johanna Marie (Ständchen) " ... und ein(en) Tango" - ebenfalls für seine Frau zum Geburtstag - als späte Kleinode aus Hummels Schaffen zusammen.

Das "Albumblatt" bietet als Andantino im 6/8-Takt eine leicht bewegte, nette Melodie, welche einigen dynamischen Spielraum bietet. Durch die etwas größeren Tonabstände entsteht ein "moderner Charakter" ohne jedoch wirklich moderne und auch atonale Klangversuche zu riskieren, wie sie zum Beispiel in Hanno Haags Stücken vom "Rummelplatz" zu finden sind.
Das zweite Ständchen "Arietta" bietet mit vielen tiefen ersten und vierten Fingern eine Spielwiese für Griffartenwechsel. Durch den nicht ganz eingängigen Rhythmus dürften beim Blattspiel Probleme auftreten, wenn B- und As für den Schüler noch zu neu sind. Auch wird es schwer, die Violinstimme ohne begleitendes Klavier dem kleinen Geiger verständlich zu machen. Dennoch bietet die "Arietta" interessierten jungen Musikanten nicht nur durch die Verwendung eines Dämpfers das Gefühl in "moderne Musik" einzutauchen. Beide Elemente, der Dämpfer und die eigenwillige, minimalistische Klavierbegleitung, verleihen dem Stück einen intimen, sphärischen Charakter, der nach einigen Hürden auch von jungen Schülern erfasst wird.
Sehr schnell und unkompliziert erschließt sich dagegen das anschließende "Ständchen". Die Melodie findet schnell Gehör und sollte laut Komponist ebenfalls mit einem Dämpfer vorgetragen werden.
Etwas schwerer und mit einigen Passagen in der dritten Lage endet das neue Hummel-Heft in einem Tango. Der Tanzmusik angemessen verwendet der Komponist hier die Kopfzeichen. Der Schüler findet leicht die harmonischen Überleitungen und spielt einen typischen Tango-Rhythmus bereits, wenn er denn die vielfältigen dynamischen und spieltechnischen Bezeichnungen beachtet. Der Rest obligt dem Geschick des Lehrers.

Die vorliegenden vier kleinen Albumstückchen des 2002 verstorbenen Bertold Hummel suchen nicht den großen Saal, sondern finden ihre Bedeutung (wie die Widmungen bereits verraten) eher im privaten Rahmen. Im Geigenunterricht können Sie das Repertoire für unsere Kleinen durchaus erweitern und bieten erste Einblicke in die Kompositionskultur des 20. Jahrhunderts. Gerade in den unteren Altersklassen bietet vorallem der letzte Satz "Tango" eine moderne Alternative in den Programmen von "Jugend musiziert" oder "Prima la musica", welche für Streicher bald wieder Aktualität haben werden.
Mirko Albrecht (www.lehrsaiten.de)

 

Üben & Musizieren 2/2009, Seite 59

Gleichfalls zum ersten Mal erscheinen jetzt aus dem Nachlass von Bertold Hummel vier leichte Stücke für Violine und Klavier „…und ein Tango“. Es handelt sich dabei um kleine persönliche Geburtstagsgeschenke musikalischer Art, geschrieben in den letzten Lebensjahren zum Zwecke des Vortrags bei Familienfesten. Drei der Miniaturen – Albumblatt, Arietta und Tango – sind Inken Hummel, der Gattin des Komponisten und selbst Geigerin, gewidmet, das zärtliche Ständchen komponierte Großvater Hummel 2001 zur Geburt seiner Enkelin Johanna Maria.
Immer wieder verblüffend ist für mich der Facettenreichtum des Komponisten, sind die Vielfalt und Vielgestaltigkeit seines musikalischen Schaffens.(...) Trotz des hier skizzierten pragmatischen Ansatzes und großer stilistischer Variabilität verfügte Hummel über eine jederzeit unverwechselbare persönliche Klangsprache. So einfach, so tonal diese vier kleinen Stückchen auch gehalten sein mögen, sie sind doch vom ersten Ton an unmissverständlich echter Hummel. Ihre melodische und rhythmische Fasslichkeit lassen sie als für Kinder ideal geeignet erscheinen, sie sind auch für Laien völlig problemlos (vom Blatt) spielbar. Darüber hinaus verströmen sie, die Zuneigung des Komponisten zu Frau und Enkeltochter in Töne sanfter Poesie fassend, einen ganz besonderen Charme. Auch diese Notenausgabe, ebenfalls mit Faksimile-Abdruck der Manuskriptseite des Ständchens, ist perfekt gestaltet.
Herwig Zack

 

Werbematerial:

Erstausgabe Arietta: J. Schuberth & Co., Eisenach 1996