BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 77d1


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Fantasia I in G für Violoncello solo, op. 77d1 (1952/1978)


 

Fantasia I in G Anfang

 

Uraufführung: 31. Juli 1983, Egeskov (Dänemark), Schloss
Julius Berger

Widmung: für Cornelius

Aufführungsdauer: 6 Minuten

Autograph:
Titel: "Fantasia in G" für Violoncello solo (Neufassung)
Umfang: 3 Seiten
Datierung: 78

Verlag: N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes) ISMN M-2211-0906-4

Challenge classics CC 72376

Literaturliste des Deutschen Musikrates für den Wettbewerb "Jugend musiziert":
Schwierigkeitsgrad 3/ mittelschwierig (Mittelstufe I)

 

Formal ist die Fantasia I in G op. 77d ziemlich klar gegliedert. Nach der Pizzicato-Einleitung beginnt ein arioser Teil, der in der 5. Zeile (Takt 2) etwas modifiziert in der Quinte wiederholt wird, allerdings mit einem anderen Schluss. Seite 2 (2. Takt, Zeile 2) beginnt eine Art Durchführung als Mittelteil. Seite 3 (2. Zeile) beginnt die Reprise. Die Wiederholung des ariosen Themas erfolgt jetzt in der Spiegelung = Umkehrung (Zeile 4, Takt 2). Die Coda beginnt mit dem meno mosso in der drittletzten Zeile und endet mit dem Pizzicato des Anfangs, das sehr langsam genommen werden kann.

Bertold Hummel

 

Presse

Musical Opinion, September 1985

Ein kurzes einsätziges Werk für Solocello. Wie bei den meisten unbegleiteten Cellowerken ist dieses technisch anspruchsvoll für den Interpreten, sehr wirkungsvoll und die Zeit wert, die man benötigt, seine verschiedenen Kompliziertheiten zu meistern. Der Stil ist rhapsodisch, fast improvisatorisch, mit großartigem rhythmischen Fluß und variablen Metren. Obwohl tonal ziemlich frei, gibt es dem Hörern Anhaltspunkte durch sich wiederholende Motive und die Gesamtstruktur wird klar durch die einleuchtende kurze Wiederaufnahme des Ausgangsmaterials im letzten Teil. Dieses Werk ist für das Instrument gut geschrieben und eine brauchbare Erweiterung des Repertoires.