| BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 90 Zurück zur Verzeichnisliste |
| Der
Schrein der Märtyrer (Textgestaltung: Paul
Werner Scheele) Hörbeispiele: 2.
Mare, fons, ostium 10.
Im Seesturm (instrumental) 42.
Psalm 150
Uraufführung:
14. Juli 1989, Würzburg, Kiliansdom Aufführungsdauer: 130 Minuten Autograph: Verlag: Schott Music ED 20290 / ISMN: M-001-14995-2 (Partitur und Klavierauszug käuflich)
Das Jahrhundert-Oratorium im Würzburger Dom Bertold Hummels "Der Schrein der Märtyrer" wurde mit großem Erfolg uraufgeführt. Fast kann man sagen, daß die Musikgeschichte seit fast mehr als zweihundert Jahren zwar von Chorwerken geistlichen Inhalts, auch mit Schrifttexten usw. sprechen kann, von Werken, die auch den Namen Oratorium tragen, vielfach aber nur von der formalen Gestaltung her, sodaß auch von einem weltlichen Oratorium gesprochen wird, was eigentlich ein Nonsens ist, auch wenn Haydn in seinen Jahreszeiten große Dank-und Amen-Passagen schreibt, nicht aber von wirklichen Oratorien. Es soll hier nicht untersucht werden, warum das so ist. Der Gedanke drängt sich aber auf, wenn man mit einem echten Oratorium konfrontiert wird, wie es dieses Werk "Der Schrein der Märtyrer" von Bertold Hummel ist. Kirchenmusikern ist der Komponist Hummel wohl ein Begriff, denn der Name zumindest, auch wenn sie vielleicht noch nichts von ihm gesungen oder gespielt haben, begegnet in den neueren Publikationen gottesdienstlicher Musik ständig. Und ein guter Organist wird mit seinem inzwischen berühmt gewordenen "Alleluja" seine Gemeinde mit zeitgenössischer Orgelmusik nicht nur konfrontieren, sondern vielleicht auch gewinnen können, denn das berühmte Oster-Alleluja ist gut hörbar ständig präsent. Hummel weiß, was ein Oratorium wirklich und ursprünglich ist. Er war praktizierender Kirchenmusiker durch viele Jahre und er verwechselt nicht den Begriff des Betsaal, des "Oratorium", mit dem Konzertsaal. Er weiß, wie man musikalisch mit biblischen, legendären und den unumstößlichen Texten der christlichen Heilslehre am Ausgang des zweiten Jahrtausends der christlichen Zeitrechnung, die Tradition einbeziehend und der Gegenwart gerecht werdend, umgehen kann und der Aussagekraft des Textes entsprechend offenbar auch muß, denn das, was zu hören war, ist einfach überzeugend und zwingend. Der Text wurde von Bischof Paul-Werner Scheele konzipiert, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten, wie das bei allen großen Vokalwerken eigentlich üblich war und ist. Das Ganze ist ein Auftragswerk des Bischofs von Würzburg, der Diözese der Frankenapostel also, aus Anlaß des Martyriums der Hl. Kilian, Kolonat und Totnan vor 1300 Jahren. Laut den Worten von Bischof Scheele in dem vorzüglich aufgemachten Programmheft teilt das Werk "Sinn und Ziel, Thematik und Aufbau mit dem Kiliansschrein von H. G. Bücker, der seit 1978 in der Westkrypta der Neumünsterkirche steht." Die betreffenden Seiten des Schreins, die Inhalt und Textaussage inspiriert haben, sind an den jeweiligen Stellen im Programmheft auch bildlich vorgestellt. Im Text selbst finden sich Ausschnitte aus der uralten irischen "Lorica Patricks", biblische Ereignisse und neutestamentliche Texte, dazu mittelalterliche Texte, Hymnen, Sequenzen und andere geistliche Dichtungen. Die Besetzung für dieses Werk, das op. 90 von Bertold Hummel, macht im ersten Augenblick staunen. Fünf Sängersolisten, ein Sprecher, großer Chor, Mädchenchor, Knabenchor, Orchester, Schlagzeugensemble im Orchester und auf der Empore bei der großen Orgel, Chororgel, Orgel im Orchester. Aber das Werk ist für den Kiliansdom in Würzburg geschrieben, wo diese Möglichkeiten gegeben sind. Die Wechselwirkung von Raum und Werk ist kein neues Phänomen. Musterbeispiel dafür ist ja wohl auch die französische Orgelmusik, wobei da die Orgel an sich noch hinzukommt. Für eine Aufführung in einer anderen Kirche würde der Komponist sicher Bearbeitungen vornehmen. Vielleicht führt es etwas weit, aber mir scheint das Werk so bedeutend, daß eine Nennung der verschiedenen Kompositionselemente und Praktiken, die die ganze Musik des christlichen Abendlandes widerspiegeln, gerechtfertigt ist. Der Dreifaltigkeit wird nach gesprochenem Text aus der Lorica Patricks zu Orgel und Schlagzeug gehuldigt und der Hörer mitten in die Musik unserer Tage hineingeworfen. Herausgeführt wird er anschließend durch eine monumentale, auch im Unisono in archaischem Duktus konzipierte Trinitätsstrophe aus einem Vesperhymnus zum Kiliansfest. Bei der Berufung der ersten Jünger mit dem Markus-Text (Mk 1,16–18) der Berufung des Simon und Andreas wird der Evangelist (Bariton) eingeführt, rezitativisch vor durchsichtigem Orchester, die Rezitativelemente mit großen anspruchsvollen Melismen angereichert. An ein klassisches Accompagnato erinnert das Petruswort aus seinem 1. Brief von der königlichen Priesterschaft (1 Petr 2,9). Der Chor antwortet mit "Dominus fecit nos regnum" (0ff 1,6) zu einem geheimnisvoll verhaltenen Satz feinster Polyphonie. Bei der Berufung der Frankenapostel wird Kilian (Tenor) mit einer wunderschönen Kantilene eingeführt. Aus Lukas sind die folgenden Texte von der Nachfolge, was schließlich in einem anonymen Text aus dem 12. Jh. gipfelt mit einer wunderbaren Natur- und Lebensschilderung von der Allgegenwart Christi, ein Frauenchor von hoher Anmut zusammen mit dem alles überstrahlenden Solosopran in einem faszinierenden Gesamtklang. Im dritten Teil "Seesturm" denkt man an eine Naturschilderung des Barock oder der Frühklassik wenn auch mit zwei Orgeln und Perkussionsinstrumenten, richtig drohend, bevor der Evangelist im Rezitativ die Seesturm-Perikope (Mk 4,37–40) in Erinnerung ruft. Ein ganz zentraler Part des Ganzen ist die Bergpredigt, wo schon die Ankündigung des Evangelisten "et aperiens os suum dicens" (Mt 5,1 f) einfach unter die Haut geht. Die folgenden acht Seligkeiten sind auf die verschiedensten solistischen und chorischen Besetzungen verteilt, wobei etwa Altsolo und Männerchor zu den Seligen reinen Herzens in der Klangkombination an so etwas unwiederbringlich Schönes wie an die Altrhapsodie von Brahms denken lassen. Bei der Schilderung des Missionarischen Einsatzes der Frankenapostel läßt die Stimme des Herzogs (Bass) aufhorchen, wenn er Gott um die Wandlung seines Herzens bittet, wo vom Instrumentarium und der musikalischen Diktion her durchaus der weltliche Fürst auch musikalisch "weltlich" erscheint. Ein Besonderes in ihrem Wohlklang und ihrer musikalischen Durchsichtigkeit und auch so interpretiert ist die Ergänzung des hohepriesterlichen Gebets (Joh 17,1) in dem Text aus dem Epheserbrief "Unum corpus et unus Spiritus" für Altsolo und Holzbläser. Auch hier, wie so oft in diesem Oratorium, eine ausgedehnte Vokalise, die die schönsten gregorianischen Melismen ins virtuos und doch verinnerlicht Unendliche fortzusetzen scheint. Sehr ähnliches folgt vom Sopran mit dem ganzen Orchester im Anschluß an die eindringliche Evangelistenschilderung des Golgathageschehens zu dem Johannes-Text "Niemand hat größere Liebe, als wenn er sein Leben für seine Freunde hingibt". So vollkommen im textlichen Bezug zur folgenden Schilderung des Martyriums der irischen Mönche. Folgend noch die Teile "Auferstehung" und "Himmlische Herrlichkeit": wobei bei dem "Christus resurrexit a mortuis" (1. Kor, 20–22) das uralte "Christ ist erstanden" in die Komposition einbezogen ist, fast unterschwellig als eine Beteiligung des gläubigen Volkes. Die abschließende Huldigung für die drei Frankenapostel, die wieder mit dem Eingangsprolog des Sprechers eingeleitet wird, bringt die Kilianssequenz in verschiedenen Kompositionspraktiken vom Unisono über Organumtechniken zum gemischten Chor. Mit dem das ganze Werk krönenden Psalm 150 läßt der Komponist das über zweistündige Werk zu einer Apotheose von unbeschreiblicher Größe und kompositorischen Dichte anwachsen. Eine Dichte, die man angesichts des riesigen Aufführungsapparates hätte vermuten oder befürchten können durch das ganze Werk. Dem war aber nicht so, denn die Fülle und Monumentalität wird in diesem Oratorium durch eine in wunderbarer Transparenz angeordneten Vielfalt erreicht, die hinwiederum ganz aus den ebenso vielfältigen Texten erwachsen sein muß. Hier aber läßt er die ersten Psalmverse des "Laudate Dominum in sanctis eius" nach dem eröffnenden Halleluja mit einem ehrfurchtgebietenden, von massivem Blech zu irisierenden Streicherclustern als eine Art Ritornell gestalteten Instrumentalsatz unterbrochen von Chor, Sprecher, Sprechchören, Baßsolo, Sopransolo und schließlich dem ganzen Ensemble erklingen um dann letztendlich das "Gloria Patri" von allen beginnend langsam in einem auf alles bezogenen Diminuendo bis zum Knabenchor allein zum "...in saecula saeculorum. Amen" im Raum nicht verhallen, sondern nachklingen. Ein Schluß, der eine Faszination ausstrahlte, die eine minutenlange Stille, ein inneres Nachhören im überfüllten Kiliansdom erzeugte, bevor der riesige Applaus losbrach. FAS
Am 12. November 2000 hörte ich zum zweiten Mal den "Schrein der Märtyrer", das Opus summum meines einstigen Lehrers Bertold Hummel im Würzburger Dom. Die elementare Wucht dieses Werkes - in dieser Hinsicht Orffs "Carmina burana" vergleichbar - hat mich erschüttert. Welch großes Wissen um das Wesen von Natur und Mensch ist in diese Partitur eingeflossen: Unvergeßlich die webenden und duftenden Klänge des "Frühlings", die gefährliche Gespaltenheit des Herzogs, der sich wünscht, seine Bosheit möge in Güte gewandelt werden, unvergeßlich das schöne Altsolo, in dem sich Hummel die Musik von J.S. Bach anverwandelt hat, unvergeßlich die seltsamen Klänge nach der Reprise: hier wird ein Bogen über 2000 Jahre christlicher Glaubenserfahrung gespannt. Claus Kühnl (5.12.2000)
Literatur-Tipp: Paul Werner Scheele: Erinnerung an die Entstehung des Oratoriums "Der Schrein der Märtyrer" von Bertold Hummel, Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter Band 66, Würzburg, 2004, S. 363-384
Das Textbuch: Der
Schrein der Märtyrer I. Die allerheiligste Dreifaltigkeit 1. Sprecher, Schlagzeug und Orgel (Orgelempore) Heute
gürte ich mich mit einer großen Macht (Lorica Patricks) 2. Knaben (kleine Orgelempore) und Orgel I und II, Gem. Chor und Orchester Mare,
fons, ostium aquae terrarum: (Erste und letzte Strophe aus einem Vesperhymnus zum Kiliansfest) Übersetzung: Meer,
Quelle, Mündung, du, aller Gewässer: Adoranda
veneranda Trinitatis est usia. (Erste Strophe der Meßsequenz am Kiliansfest) Gloria
Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Übersetzung: Anzubeten
und zu ehren ist das Wesen der Dreieinheit.
II. Die Berufung der ersten Jünger 3. Evangelist (Bariton) und Orchester Praeteriens
secus mare Galilaeae vidit Simonem et Andream, fratrem Simonis, mittentes retia
in mare. Übersetzung: Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen. Da sagte Jesus zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. 4. Petrus (Baß) und Orchester Succincti
lumbos mentis vestrae. (1 Petr 1, 13) Übersetzung: Umgürtet
euch und macht euch bereit. 5. Chor und Orchester
Übersetzung: Der
Herr hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater. Die Berufung der Frankenapostel 6. Kilian (Tenor) und Orchester Den Schlüssel such ich, den Schlüssel zum Paradies. (Irisches Volksgut) 7. Sprecher, Schlagzeug, Orgel II und III (Orgelemporen) Durch
das Evangelium ermahnt und ganz im Herzen und im Geist davon ergriffen, bedachte
Kilian die Worte Christi: 8. Kilian (Tenor): Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. (Lk 9,57) Chor und Orchester: Die
Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; Kolonat (Bariton): Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. (Lk 9,57) Chor und Orchester: Laß die Toten die Toten begraben; du aber gehe und verkündige das Reich Gottes. (Lk 9.60) Totnan (Bass) Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. (Lk 9,57) Chor und Orchester: Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben. Er wird nicht in der Finsternis umhergehen. (Joh 8, 12) 9. Sopransolo, Frauenchor und Orchester Frühling,
schönste der Jahreszeiten,
III. Im Seesturm 10.
Solo für zwei Orgeln (II und III) und Schlagzeug (Orgelemporen) 11. Evangelist (Bariton) und Orchester Et
exoritur procella magna venti et fluctus se mittebat in navem, ta ut iam impleretur
navis. Et erat ipse in puppi supra cervical dormiens; et excitant eum et dicunt
ei: "Magister, non ad te pertinet quia perimus?" Et exsurgens comminatus
est vento et dixit mari: "Tace, obmutesce!" Et cessavit ventus, et facta
est tranquillitas magna. Et ait illis: "Quid timidi estis? Necdum habetis
fidem? (Mk
4,37-40) Übersetzung: Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so daß es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: "Meister, kümmert es dich nicht, daß wir zugrunde gehen?" Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: "Schweig, sei still!" Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: "Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?" 12. Chor, Sopran- und Altsolo und Orchester Confiteantur
Domino propter misericordiam eius Tenorsolo Et
statuit procellam eius in auram, Chor, Sopran- und Altsolo und Orchester Confiteantur
Domino propter misericordiam eius (Ps 107,21f.; 29; 21; 32) Übersetzung Alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen. Sie sollen ihm Dankopfer weihen, mit Jubel seine Taten verkünden. Er machte aus dem Sturm ein Säuseln, so daß die Wogen des Meeres schwiegen. Alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen. Sie sollen ihn in der Gemeinde des Volkes rühmen, ihn loben im Kreis der Alten. Auf hoher Fahrt 13. Kilian (Tenor) und Orchester 14. Sprecher, Schlagzeug, Orgel II und III (Orgelempore) Kilian versammelte seine Gefährten und Schüler um sich und begann sie zu überzeugen, dem Evangelium des Herrn gemäß das Vaterland und die Eltern zu verlassen und ohne alles Christus zu folgen. Fest miteinander vereint ließen sie alles zurück und brachen auf. (Passio Kiliani minor 2) 15. Chor, Sopran- und Tenorsolo, Männer-Sprechchor, Knabenchor und Orgel II Lenkt
auf Christus den Sinn!
IV. Bergpredigt 16. Evangelist (Bariton) und Orchester Videns
autem turbas, ascendit in montem: Als
Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. 17. Gemischter Chor, Knaben und Orchester Beati
pauperes spiritu, Altsolo Beati, qui lugent, quoniam ipsi consolabuntur. Solistenquartett Beati mites, quoniam ipsi possidebant terram. Baßsolo und Frauenchor Beati, qui esuriunt et sitiunt iustitiam, quoniam ipsi saturabuntur. Chor und Knaben Beati misericordes, quia ipsi misericordiam consequentur. Altsolo und Männerchor Beati mundo corde, quoniam ipsi Deum videbunt. Solistenquartett Beati pacifici, quoniam filii Dei vocabuntur. Chor und Knaben, Alt- und Baßsolo Beati, qui persecutionem patiuntur propter iustitiam, quoniam ipsorum est regnum caelorum. (Mt 5,3-12) Übersetzung Selig,
die arm sind vor Gott; den ihnen gehört das Himmelreich. Missionarischer Einsatz 18. Kilian (Tenor) und Orchester Auf Gottes Wegen wandle ich und Gott in meiner Spur. (Iro-schottisches Volksgut) 19. Sprecher, Schlagzeug und Orgel (Orgelempore) Kilian und sein Gefährten predigten und tauften. "Mit ehrfürchtigem Sinn und frommen Eifer taten sie alles, was immer dem Heil der Seelen und der Verbreitung des Glaubens diente." (Passio Kiliani minor 1) 20.Knaben und Orchester Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten. (1 Kor 1,23) Kilian (Tenor), Kolonat (Bariton) Totnan (Baß) Christi Kreuz, sei vor mir, mich zu führen. Knaben Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten. Kilian, KoIonat, Totnan Christi Kreuz, sei hinter mir, mich zu behüten. Knaben Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten. Kilian, KoIonat, Totnan Christi Kreuz, hilf in den Höhlen und auf den Höhen (Columcille zugeschrieben) Knaben Wir verkündigen allen den Frieden: Chor Friede der Seelen, Friede des Himmels, Friede des lmmerseienden. (Ortho nan Geidheal) Kilian, Kolonat, Totnan Christus ist unser Friede (Eph 2, 14) 21. Herzog (Baß) und Orchester 0,
du Sohn Gottes, Das hohepriesterliche Gebet 22. Evangelist (Bariton) und Orchester Jesus
dixit: Pater, venit hora: clarifica filium tuum, ut filius clarificet te. Übersetzung: Jesus
sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich
verherrliche. 23. Altsolo und Holzbläser Unum
corpus et unus Spiritus, una spes, unus Dominus, una fides, unum baptisma; Übersetzung: Ein Leib und ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. Amen. Vorbereitung auf den Tod 24. Kilian (Tenor) und Orchester Mein innerstes Sehnen und Suchen ist, das Antlitz Gottes zu schauen. (Anonymus, 11. Jh.) 25. Sprecher, Schlagzeug und Orgel II und III (Orgelempore) Als
die Zeit ihres Leidens nahte, gaben sich die Märtyrer Christi Tag und Nacht 26. Kilian (Tenor) und Orchester Brüder,
laßt uns wachen! Kilian (Tenor), Kolonat (Bariton), Totnan (Baß) Füllen wir Öl in unsere Lampen, solange es noch Zeit ist. (Passio KiIiani major 13) 27. Knaben und Orchester Schenk mir deine Liebe, Sopran- und Tenorsolo die keinen Untergang kennt Knaben Schenk mir deine Liebe, Sopran- und Tenorsolo damit meine Lampe entbrennt und nicht verlischt. Knaben Schenk mir deine Liebe, Sopran- und Tenorsolo damit sie mir erglüht und anderen leuchtet. Chor Nichts
soll deine Liebe in uns löschen, keine Fluten der Erde, der Luft und des
Meeres. Knaben Schenk mir deine Liebe. (Kolumban)
VI. Kreuzesleiden und Tod 28. Evangelist (Bariton) und Orchester Crucifiguntur cum eo duo latrones. Cum vidisset Jesus matrem et discipulum stantem, quem diligebat, dicit matri: Mulier, ecce filius tuus. Dicit discipulo: Ecce mater tua. Cum ergo accepisset acetum, Jesus dixit: Consummatum est! (Mt 27,38; Joh 19,26f. 30) Übersetzung: Zusammen
mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt. 29. Sopransolo und Orchester Maiorem dilectionem nemo habet, ut animam suam quis ponat pro amicis suis. (Joh 16,13) Übersetzung: Niemand hat eine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Chor Neque
mors neque vita Sopransolo Deus caritas est. (1 Joh 4,16) Übersetzung: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Gott ist die Liebe. Martyrium 30. Kilian (Tenor) und Orchester Christus, mein Freund, mein Helfer, mein Sehnen gilt dem Land, in das du mir vorausgegangen bist. (Anonymus, 12. Jh.) 31. Sprecher, Schlagzeug, Orgel (Orgelempore) Zur
Nachtzeit, als sie einmütig zum Lob Gottes vereint waren, trat der Henker
zu ihnen, das Schwert gezückt, gerüstet, sie nach dem Befehle der Herzogin
Geilana zu töten. Als Kilian dies sah, sagte er zu den Seinen: Alle wurden in gleicher Weise enthauptet und mit dem Martyrium gekrönt. (Passio Kiliani minor 10) 32. Männerchor und Orchester Siehe,
ich bin da. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang
und das Ende. 33. Sopransolo und Orchester O
König,
VII. Auferstehung 34. Solo für zwei Orgeln (II und III) und Schlagzeug (Orgelemporen) 35. Evangelist (Bariton), Knaben und Orchester Christus
resurrexit a mortuis, primitiae dormientium. Halleluja. Übersetzung: Christus
ist von den Toten auferstanden als der Erste der Entschlafenen. 36. Solistenquartett und Orchester Surrexit Dominus vere. (Lk 24,34) Chor Absorpta
est rnors in victoria. Solistenquartett Surrexit a mortuis et ecce praecedit vos. (Mt 28,7) Chor Deo eutern gratias, qui dedit nobis victoriarn per Dorninurn nostrurn Jesurn Christum. (1 Kor 15,57) Solistenquartett und Chor Deus conresuscitavit nos et consedere fecit in caelestibus in Christo Jesu. Halleluja. (Eph 2,6) Übersetzung: Der
Herr ist wirklich auferstanden. Himmlische Herrlichkeit 37. Kilian (Tenor) und Orchester Du König der Herrlichkeit, Großes weißt du zu schenken. Nichts ist größer als du. (Kolumban) 38. Sprecher, Schlagzeug und Orgel Freund Kilian, steh auf. Du wirst allzeit als Sieger bei mir sein. (Passio Kiliani major 13) 39. Kilian (Tenor), Kolonat (Bariton), Totnan (Baß) und Orchester Ja, unser König und Herr, wir wollen ewig in deinem Königspalast wohnen, wir wollen ewig an deinem Tisch Festmahl halten. (Anonymus, 10. Jh.) Chor Du bist unser alles. Knaben Du bist unser Leben, unser Licht Chor Du bist unser ein und alles. Knaben Du bist unser Heil, du bist unsere Speise, unser Trank. Sopran- und Altsolo Du bist unser ein und alles. Chor Du bist unser Herr und Gott.
VIII. Kilian, Kolonat und Totnan 40. Sprecher, Schlagzeug und Orgel (Orgelempore) Heute
gürte ich mich mit einer großen Macht auf meinem Weg zum Schöpfer
hin: 41. Männerchor und Orchester Servi Christi sunt tres isti: Colonatus et Totnanus et beatus Kilianus. Gemischter Chor Salve vera spes sincera. Trinitatis sub figura nostri tam expressa cura. Knaben Isti
enim in agone Solisten Cui
et nos serviendo, Knaben Exoremus
donis eius (Sequenz zum Kiliansfest von Johannes GaIIicus, Strophe 6, 10 und 11) Übersetzung: Diese
drei sind Knechte Christi: 42. Gemischter Chor, Knaben und Orchester Halleluja! Chor Laudate Dominum in sanctis eius, Sprecher Laudate eum in firmamento virtutis eius, Sprechchöre laudate eum in magnalibus eius, laudate eum secundum multitudinem magnitudinis eius. Baßsolo laudate eum in psalterio et cithara, Sprecher, Soli, Chor, Knaben, Orchester und Orgeln Knaben, Chor, Orchester und Orgeln Übersetzung: Halleluja! |